Stadthalle Mülheim
Theodor-Heuss-Platz 1
45479 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 . 94096-0 oder -10
Telefax: 0208 . 9409619
E-Mail: stadthalle@stadt-mh.de

Kultur | Kongress | Zentrum STADTHALLE Mülheim an der Ruhr

INFO 0208.940960

home | kontakt | anfahrt | impressum

suche raum für personen.

Archiv-Beitrag vom 14.08.2013August 2013: Sanierung läuft

Schloß Broich: Notsicherung der Turmfragmente beginnt

Weiterer Bauabschnitt wird aus Berlin gefördert! Neue Schäden durch harten WinterIm Winter vor 1.130 Jahren drohten die Normannen ihren Eroberungszug über die Ruhrfurt am Hellweg zu führen. Zum Schutz dieser wichtigen Handelsstraße wurde unweit des Broicher Ufers ein massiver Wehrturm errichtet und damit der „Grundstein“ für Schloß Broich gelegt. Die Wikinger drangen seinerzeit zwar nur bis Duisburg vor, doch sie bescherten der Nachwelt damit indirekt ein heute als im deutschen Sprachraum einzigartig geltendes spätkarolingisches Baudenkmal.

Diesem setzte allerdings der letzte Winter derart zu, dass die Turmfragmente Frost und Feuchtigkeit der nahenden kalten Jahreszeit nicht noch einmal überstanden hätten. Jetzt hat die Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) als Schloß-Eigentümerin die Notsicherung beauftragt, um die Mauern bis zur endgültigen Sanierung zu stützen und zu schützen.

Geplant ist die umfassende Restaurierung des historisch bedeutendsten Teils der Burganlage eigentlich erst in einigen Jahren, denn die Ringmauer – seit 2011 ebenfalls mit einer Notsicherung versehen – hat aufgrund der Einsturzgefahr der teils sehr hohen und dicken Mauern Vorrang. Ohnehin müssen sämtliche Mauern und Fassaden des Schlosses in mehreren Bauabschnitten über die nächsten Jahre verteilt restauriert werden. Zurzeit wird noch an dem ersten Abschnitt an der straßenseitigen Fassade gearbeitet, parallel begann die Notsicherung in dem Bereich, der von den Ringmauern umgeben und nicht öffentlich zugänglich ist.

Herausgebrochene Steine und beträchtliche Hohlräume – auch in den Sockelbereichen – hatten dort im Frühsommer die massive Einsturzgefahr offenbart. In enger Absprache mit Denkmalpfleger Erich Bocklenberg, Landeskonservator Dr. Ralph Quadflieg und Fachberater Dr. Ägidius Strack wurde seitens der Fakultät für Architektur der FH Köln per 3-D-Laserscan der aktuelle Zustand der Turmfragmente dokumentiert sowie durch das Ingenieurbüro Schwab Lemke die Konstruktionsplanung erstellt. Diese sieht vor, lockere Randsteine der Mauerkrone auszubauen und neu zu setzen, Ausbruchstellen provisorisch zu schließen, Ausmauerungen mit Kalkmörtel vorzunehmen sowie mit einem Holzgerüst den Kern des Turmfragmentes abzustützen. Abschließend sollen die Mauerkronen mit einer unterlüfteten Plane vor neuer Feuchtigkeit geschützt werden. Die Essener Firma Baufeld GmbH, versiert in der Sanierung historischer Bauwerke und bereits an der Fassade tätig, hat auch für diese Maßnahme das günstigste Angebot abgegeben und den Zuschlag erhalten.
Ein entsprechender Antrag auf anteilige Förderung aus dem Denkmalförderungsprogramm des Landes und dem BKM-Sonderprogramm des Bundes für die Gesamtkosten in Höhe von knapp über 100.000 EUR war rechtzeitig bei der zuständigen Bezirksregierung gestellt worden: Aus dem Düsseldorfer Bauministerium gab es „grünes Licht“ für den vorzeitigen Baubeginn, zumal die Maßnahme vor dem Winter abgeschlossen sein muss.

Die Anmietungen im Schloß werden durch die Notsicherung nicht beeinträchtigt, da der Bereich vom Innenhof abgeteilt hinter den Mauern liegt. Nur das Krippenspiel bei der diesjährigen „Schloß-Weihnacht“ muss an einen optisch passenderen Ort am Schloß verlegt werden, fällt aber keineswegs aus!


Transparenter Pixel