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Archiv-Beitrag vom 19.12.2013Dezember 2013: Vereine ermöglichen Restaurierung 370 Jahre alter Schrifttafel des Grafen Wirich

Im Bild zu sehen (von links nach rechts): Bernd Brinkmann, Dr. Kai Rawe, Heike Blaeser-Metzger, Heinz HartlingDie Mauern des Schlosses Broich bröckeln – doch nicht nur die. Auch eine Steinplatte des Grafen Wilhelm Wirich aus dem Jahr 1644, angebracht an der westlichen Schloßmauer, wies massive Alterserscheinungen auf. Eine Spende der Bürgergesellschaft Mausefalle und des Geschichtsvereines ermöglichte nun bereits die Restaurierung der Tafel; sehr zur Freude der Schloß-Eigentümerin, der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST).

Der erste große Bauabschnitt an der Schloß-Fassade ist fast fertiggestellt, doch noch etliche weitere werden, über mehrere Jahre verteilt, folgen. Die Mauer, in der die Steintafel eingelassen war, befindet sich nicht in dem am stärksten gefährdeten Bereich, also wird die Sanierung erst in einigen Jahren erfolgen können. Der Mülheimer Geschichtsverein und die Bürgergesellschaft Mausefalle wollten darauf nicht warten: „Die Verfugung war desolat, die Schrift teils kaum noch lesbar und die Platte verwittert, sodass dringender konservatorischer Handlungsbedarf bestand“, stellte Dr. Kai Rawe, Vorsitzender des Geschichtsvereines, fest. Ebenso wie der Geschichtsverein hat sich auch seit vielen Jahrzehnten die Bürgergesellschaft Mausefalle um die Mülheimer Geschichte und das hiesige Brauchtum verdient gemacht. „Wir haben uns kurzentschlossen abgestimmt und beschlossen, die Restaurierung gemeinsam zu finanzieren“, berichtet Bernd Brinkmann, Baas
(1. Vorsitzender) der Bürgergesellschaft.

„Dieses Angebot haben wir natürlich sehr gerne angenommen“, so Prokuristin Heike Blaeser-Metzger: „Die MST GmbH steht in gutem und engen Kontakt zu beiden Vereinen. Wir sind wirklich sehr dankbar, dass sie uns auch bei dieser schwierigen, aber zugleich auch so wichtigen Mammutaufgabe der Sanierung der Schlossmauern unterstützen!“

Die Schrifttafel ist gerade in diesem Zusammenhang ein sehr bedeutendes Dokument, bekundet doch darauf der einstige Schlossherr Graf Wilhelm Wirich von Daun-Falkenstein die Restaurierung der Anlage vor rund 370 Jahren. „Anno 1644 haben wir Wilhelm Wirich von Daun Graf zu Falkenstein dise ganze Seite durch Gottes Beystand new aus dem Fundament heraus, bis oben zu lassen upmauren, Gott der Almachtige wolle uns weiter seinen Gottlichen Segen und Gedeien verleihen“ lautet die Inschrift: „Damit verkündete er der Mit- und Nachwelt, dass er begonnen hatte, die durch Schäden aus Belagerungen in der Vergangenheit unbewohnbar gewordene Burg seiner Vorfahren restaurieren und ausbauen zu lassen“, erklärt Heinz Hartling vom Geschichtsverein.

Rund 3.100 EUR kostete die Maßnahme, die von Restaurator Thomas Lehmkuhl, der auch bereits die ersten Schadensanalysen der Schlossmauern vorgenommen hatte, ausgeführt wurde. Nach dem Ausbau der schweren Tafel und der behutsamen Reinigung erfolgte eine Biozidbehandlung und Festigung der geschädigten Bereiche und Risse. Einige Schriftzeichen mussten rekonstruiert und die Linienführungen an den Kanten wiederhergestellt werden. Bis zur Sanierung der Mauer bleibt die Schrifttafel wohl verwahrt im Historischen Museum im Hochschloß, wo sie auch besichtigt werden kann.


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